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Steckbrief zur Kaffeepflanze

Die Kaffeepflanze (Coffea) ist eine exotische Nutzpflanze und eignet sich durch ihren (zunächst) kompakten Wuchs ideal als Zimmerpflanze. Mit ihren immergrünen Blättern und ihrem buschigen Blattwerk ist sie eine optisch ansprechende und einzigartige Bereicherung für die Fensterbank. Weitere Tipps und Hintergrundinformationen zur Kaffeepflanze mit Fokus auf die Coffea arabica hier im folgenden Steckbrief!

Kaffeepflanze Steckbrief
Botanischer Steckbrief der Kaffeeplanze und des Kaffeestrauchs

Ansprüche der Kaffeepflanze

Die Kaffeepflanze hat relativ hohe Ansprüche an den Standort sowie die klimatischen Verhältnisse. Sie darf nicht in die pralle Sonne gestellt werden und muss regelmäßig gegossen werden. Aufgrund von zu niedrigen Temperaturen in Europa sollte sie teilweise bis ganzjährig im Innenbereich gehalten werden (siehe auch: Kaffeepflanze Licht).

Die sensible Kaffeepflanze ist eine relativ langsam wachsende Art. In Deutschland werden die Kaffeepflanzen bis zu 1,50 Meter groß.

  • Heller, aber kein sonniger Standort
  • Hohe Luftfeuchtigkeit
  • Temperaturen zwischen 20 - 25 °

Wer hat die Kaffeepflanze entdeckt?

Die Entdeckungsgeschichte der Kaffeepflanze und deren belebende Wirkung geht auf eine Legende aus Äthiopien zurück. Im Königreich "Kaffa" (heutzutage eine Provinz des Landes) wurden Schafe auf die Weide getrieben.

Am Abend waren die Tiere auf unerklärliche Weise meist sehr aktiv und ließen sich nicht beruhigen. Man konnte beobachten, dass die Tiere die roten Kirschen von den Kaffeesträuchern aßen. Durch ihre Beobachtungen waren die Bauern verunsichert und wandten sich an die Mönche des dortigen Klosters.

Nach einem Selbstversuch verspürten die Mönche nicht mehr den Drang zu schlafen, waren hellwach und leistungsfähig. Die Tragweite dieser weitreichenden Entdeckung hätte man damals wohl kaum erahnen können. Ob das Wort "Kaffee" nun vom Namen der Provinz "Kaffa" kam oder doch eher vom arabischen Wort für "Lebenskraft / Stärke" (= Kahwe / Qahwa) wird wohl nie endgültig geklärt werden können.

Bis Ende des 19. Jahrhunderts waren allerdings nur die Coffea arabica Pflanzen bekannt gewesen. Im Jahr 1898 entdeckt man im Kongo dann schließlich die Kaffeepflanzen der Sorte "Robusta".

Historie der Kaffeepflanze

Die wirtschaftliche Nutzung der Kaffeepflanze kann bis in 6. Jahrhundert nach Christus zurückverfolgt werden. Damals wurde im heutigen Jemen bereits erste Plantagen betrieben. Die Handelsstadt Mocha (Mokka) spielte dabei eine entscheidende Rolle im arabischen Kaffeehandel. Über die Städte Mekka und Medina kam der Kaffee nach Ägypten und von dort aus in die ganze Welt.

Rund um das 15. Jahrhundert florierte der Kaffeegenuss auf der arabischen Halbinsel. Zu diesem Zeitpunkt besaßen die Araber das Monopol auf den weltweiten Kaffeehandel. Während im 17. Jahrhundert durch arabische Händler die Pflanze und deren Bohnen nach Europa kam, wurde sie in Mittel- und Südamerika doch erst im 18. Jahrhundert bekannt.

Das erste Kaffeehaus Europas wurde 1645 in Venedig eröffnet. Sehr schnell etablierte sich eine eigene Kaffeekultur in Europa. Alleine im Jahr 2016 haben die Deutschen rund 162 Liter Kaffee pro Kopf konsumiert!

Kurioserweise ging eine der größten Versicherungsgesellschaft der Welt, die Lloyd's Gruppe, aus einem Kaffeehaus hervor. Das "Lloyd's Coffee House" war 1686 der Treffpunkt für Geschäftsmänner und Seefahrer. Dort wurden maritime Versicherungen sowie Warenvermittlungen und Tauschgeschäfte diskutiert und geformt.

Die Gattung "Coffea"

Die Coffea ist eine exotische Pflanzengattung der Rötegewächse (Rubiaceae) die Coffein in ihren Samen (Kaffeekirschen) speichern kann. Weltweit sind rund 124 Arten der Coffea Pflanze bekannt.

Die Kaffeepflanze ist eine Nutzpflanze, die zur Herstellung des beliebten Heißgetränks Kaffee genutzt wird. Dazu muss die Bohne der Kaffeepflanze fermentiert und geröstet werden. Die Bohnen der Robusta Pflanze schmecken geröstet allerdings intensiver und kräftiger.

Bei uns in Europa erhält man nur selten einen Kaffee aus 100% Arabica oder Robusta. Meistens werden die verschiedenen Sorten kombiniert um ein optimales Aroma zu erhalten. Ebenfalls kann aus den Bohnen auch Kaffeebohnenöl gewonnen werden.

Neben Erdöl ist der Rohstoff Kaffee der zweitwichtigste der Welt. Er kann wie jeder Industrierohstoff an der Börse als Kontrakt gehandelt werden.

Herkunft der Kaffeepflanze

Die Heimat der Kaffeepflanze liegt im subtropischen und tropischen Afrika. Der Ursprung der Kaffeepflanze kann bis in die Hochländer Äthiopiens und Teile des Sudans zurückverfolgt werden.

Vor allem auf den Maskarenen und auf Madagaskar fühlt sie die Kaffeepflanze heimisch. Aber auch in Lateinamerika verbreitet. Der Siegeszug des Kaffee begann im 17. Jahrhundert als Araber und Türken die Kaffeebohnen im Tauschhandel nach Europa brachten.

Wo wird die Kaffeepflanze angebaut?

Angebaut werden die Kaffeepflanzen in und um den sogenannten Kaffeegürtel. Dieser erstreckt sich rund um den Äquator zwischen dem 23. Breitengrad (Nord - Süd). Aufgrund des tropischen Klima kann der Kaffeestrauch hier optimal wachsen und der Anbau von Kaffeepflanzen ist wirtschaftlich rentabel.

Je nach Herkunft kann man die Kaffeepflanze in verschiedene Bereiche einteilen: Eucoffea, Argocoffea und Mascarocoffea kommen aus dem Ursprungsland Afrika. Die Paracoffea hat ihren Ursprung im asiatischen Raum.

Kaffeegürtel - Anbau und Herkunft der Kaffeepflanze
Der Kaffeegürtel – zwischen dem 23. Breitengrad (Nord - Süd) lassen sich Kaffeepflanzen optimal anbauen

Zwischen dem 23. Grad nördlicher bis südlicher Breite gedeiht die Kaffeepflanze aufgrund des Klimas optimal. Hier ist auch der Großteil der weltweiten Kaffeeproduktion angesiedelt. Hier herrscht ganzjährig ein stabiles feucht-trockenes Klima ohne Temperaturextreme. So wird die Coffea arabica unter anderem in Brasilien, Mexiko, Guatemala, Venezuela, Kolumbien, Bolivien, Äthiopien, Kenia und Sambia angebaut.

Die Coffea robusta fühlt sich in Vietnam, Thailand, Angola, Liberia, Togo, Madagaskar, Kongo, Indonesien und Uganda besonders wohl. Der Großteil dieser Länder liegt im Gegensatz zu den arabica-Anbaugebieten auf geringerer Höhe. Hier herrschen oftmals eine Luftfeuchtigkeit von bis zu 100%.

Kaffeepflanzen Sorten: Coffea arabica & robusta

Was ist Coffea arabica? "Coffea" steht im botanischen Sinn für den wissenschaftlichen Namen oder Gattung der Kaffeepflanze. Die berühmtesten und zugleich wirtschaftlich relevantesten Sorten sind Arabica-Kaffee (Coffea arabica, "Bergkaffee") und Robusta-Kaffee (Coffea canephora). Ab 1000 Meter Anbauhöhe spricht man auch von "Hochlandkaffee".

Robusta ist geschmacklich der Coffea arabica "unterlegen". Die Arabica-Bohne bietet ein breiteres Spektrum an Geschmäckern und ist ölhaltiger. Dafür sind Robusta Kaffeepflanzen nicht so anspruchsvoll in der Pflege.

Trotz allem wird weltweit mehr als drei mal so viel Arabica angebaut wie Robusta, weil die Bohnen weniger Bitterstoffe und Koffein enthalten. Der starke Robusta-Geschmack wird vor allem für Espressos genutzt.

vergleich kaffeebohne arabica robusta
Unterschiede: Coffea robusta (links) und Coffea arabica (rechts)

Man kann die Bohnen der beiden Kaffeearten folgendermaßen unterscheiden: Bohnen einer Robusta sind eher rund und klein. Darüber hinaus ist die Rille auf der flachen Seite einer Robusta-Bohne fast gerade. Die Bohnen der Arabica sind flach und oval. Je nach Herkunft ist die Rille der Arabica in einer S-Form geschwungen.

Kaffeepflanze Wachstum

Die Coffea wächst meist als Baum oder Busch. Das Wachstum der Kaffeepflanze ist allgemein eher langsam. Die junge Kaffeepflanze wächst einstämmig und entwickelt sich im Laufe der Zeit zu einem buschigen Gewächs. Die immergrünen Kaffeepflanzen Blätter sind mit einer wachsartigen Oberfläche versiegelt um sie vor starker Hitze zu schützen. Das verleiht der Pflanze ihr glänzendes Aussehen. Die Blätter können unter Idealbedingungen eine durchschnittliche Länge von bis zu 20 cm erreichen.

Die kurzstieligen Blätter haben eine länglich-ovale Form und wachsen in einer strauchförmigen Formation. Die Oberseite der Blätter ist dunkelgrün, die Unterseite hellgrün bis gelblich. Die Oberfläche fühlt sich durch die Struktur des Blattes oftmals an wie glattes Kunstleder (siehe auch: Blätter Coffea arabica).

Wer sich für kleine und kompakte Kaffeepflanzen interessiert, kann sich näher mit der "Coffea arabica Nana" auseinandersetzen. Diese Pflanze bildet Blüten und Kirschen bereits ab einer Höhe von 40 cm aus.

Wie wächst eine Kaffeepflanze?

Die Pflanzen der Coffea arabica werden vorzugsweise auf Höhen zwischen 1000 und 3000 Meter angebaut. Als Faustregel kann man sagen: Je höher das Anbaugebiet, desto hochwertiger die Kaffeepflanze und Kaffeebeeren.

Die Kaffeepflanzen werden deshalb in höheren Lagen angebaut, weil die Pflanze Temperaturen über 30 Grad nicht besonders gut verträgt. Gerade in den Anbaugebieten am Äquator ist diese Marke jedoch schnell erreicht. Die kühlere Temperatur bei durchschnittlich 26 Grad gefällt der Coffea arabica sehr!

Die höhere Qualität des Bergkaffee kommt vor allem durch das langsame Wachstum der Kaffeepflanzen. Die extreme Höhenlagen fördern die Aromabildung und regulieren die Säure in der Bohne selbst. Dabei werden die Kaffeebäume oder Kaffeesträucher bis zu 8 Meter hoch.

  • Wie groß wird ein Kaffeebaum?

    Er kann bei optimalen Bedingungen bis zu 8 Meter hoch werden. Allerdings werden die Pflanzen immer auf 1,5 bis 2 Meter heruntergeschnitten. Das erleichtert die Ernte und verbessert die Ertragskraft!

Da die Pflanze tropische Temperaturen gewohnt ist, benötigt sie viel Feuchtigkeit (siehe auch: Kaffeepflanze Luftfeuchtigkeit). Die Temperatur sollte immer zwischen 18 und 25 Grad liegen und die 30-Grad Marke nicht überschreiten. Ebenso sollten längerfristig Temperaturen unter 13 Grad vermieden werden. Bei Temperaturen unter 10 Grad erfrieren die meisten Coffea-Pflanzen.

Da die direkte Sonneneinstrahlung nur bedingt zu empfehlen ist, werden auf industriellen Plantagen sogenannte "Schattenbäume" genutzt. Diese verhindert dass die junge Kaffeepflanze den direkten Sonnenstrahlen ausgesetzt ist. Als biologischer Sonnenschirm werden oft Bananenstauden oder Mangobäume genutzt.

Besonders ist dabei die Art der Fortpflanzung der Coffea arabica: Sie ist selbstfertil! Das bedeutet dass der Arabica Kaffeestrauch in der Lage ist sich selbst zu befruchten und ohne externe Eingriffe Kaffeekirschen ausbilden kann (siehe auch: Kaffeepflanze selbst anbauen). Das ist einzigartig unter den Kaffeearten.

Blüten & Kaffeekirschen

Nach 3-4 Jahren sind bei optimaler Kaffeestrauch Pflege die ersten Blüten zu erwarten. Die nach Jasmin duftenden Blüten sorgen für ein tropisches Flair und im Nachgang auch für die Kirschen. Diese Früchte der Kaffeepflanzen haben eine süße Note und umgeben die eigentlichen Kaffeebohnen. Von ihnen sind immer jeweils 2 in einer Frucht.

Ein ausgewachsener Kaffeebaum kann bis zu 40.000 Blüten wachsen lassen. Da die Coffea arabica selbstfertil ist, blühen diese Pflanzen lediglich einige Stunden! Nach dieser kurzen Zeitspanne verblühen sie sofort und werfen ihre Blüten ab.

Wegen den immergleichen klimatischen Bedingungen am Äquator kann die Kaffeepflanze gleichzeitig Blüten und Kaffeekirschen (Kaffeebeeren) ausbilden. Das passiert in der Regel nach 3 bis 5 Jahren Wachstum. Nach der Wachstumsphase trägt die Kaffeepflanze bis zu 60 Jahre Kaffeekirschen.

  • Wie alt können Kaffeepflanzen werden?

    Die Lebensdauer einer Kaffeepflanze kann bis zu 80 Jahre betragen!

Die Kaffeekirschen der Coffea arabica sind spätestens nach 12 Monaten reif zur Ernte. In dieser Zeit wechseln die Kirschen ihre Farbe von hellgrün zu einem saftigen Rot. Da die Kaffeepflanze relativ gemächlich wächst, wird der maximale Ertrag allerdings erst nach 6 bis 8 Jahren erreicht.

Nach durchschnittlich 20 Jahren nimmt die Ertragskraft der Kaffeepflanze kontinuierlich ab. Nach diesem Zeitraum verringert sich die Ertragskraft deutlich. Es ist üblich dass alte Kaffeepflanzen durch neue und ertragreichere ersetzt werden.

Kaffeekirschen in rot und grün
Rote und grüne Kaffeekirschen an einem Kaffeestrauch

Wenn die Kaffeefrüchte ausgereift sind, können diese bis zu einem halben Jahr am Strauch bleiben. Werden sie nicht geerntet, vertrocknen die Kirschen.

Eine durchschnittliche Kaffeepflanze kann unter perfekten Bedingungen vier bis acht Kilogramm der Kaffeekirschen liefern. Aus rund einem Kilogramm der Beeren lassen sich bis zu 250 g Rohkaffee gewinnen.

Kopi Luwak

Der teuerste Kaffee der Welt hat es dagegen in sich: Der Kopi Luwak wird für mit bis zu 600 Euro je Pfund gehandelt. Das entspricht etwas mehr als 10 Euro je Tasse.

Das besondere an dieser Kaffeesorte ist die Art und Weise der "Herstellung": Die Kaffeekirschen werden von einer Schleichkatzenart (Zibetkatze) verzehrt und anschließend wieder ausgeschieden.

Auf dem Weg durch das Verdauungssystem der Zibetkatze wird die Kaffeebohne leicht fermentiert. Dadurch enthält der fertige Kopi Luwak weniger Bitterstoffe als konventionelle Kaffeebohnen. Das rechtfertigt auch den hohen Preis dieser Kaffeespezialität!

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Weitere Linktipps

Weitere Infos zum botanischen Steckbrief der Kaffeepflanze hier und hier. Zusammenfassende Infos zum Kaffeestrauch gibt es hier.

Auf Kaffeepflanze-Pflege.de kümmern wir uns rund um die Kaffeepflanzen Pflege. Dabei haben wir unseren Fokus vor allem auf die Coffea arabica gelegt. Damit die immergrüne Diva auch prächtig wächst, braucht man einige Tipps zur Pflege!